Eine Spirale aus winzigen Kreisen. Wächst und wächst. Von innen nach außen. Oder von außen nach innen. »McLoop« [m'k lu:p] nennt Olaf Probst seine Werkgruppe, an der er seit sieben Jahren arbeitet. Loops sind mit Tinten- oder Deckweißroller auf Papier, Pappe, Fotos und andere Werkstoffe gezeichnet, oder gefräst in Glas, Spiegel oder Kupfer. Alles ist Grundlage für das wuchernde, webende Schlaufengewächs: Zeichnung, Radierung, Plastik, Installation, Dichtung, Film, Theorie, Performance, Fotografie, Tisch, T-Shirt, Kartoffeln - und Lampen. Die geometrische Figur des Kreises, dem Grundbaustein eines Loops, entspricht der idealen Form. Ohne Anfang und Ende mahnt der Kreis Unendlichkeit an. All seine Punkte sind gleich weit vom Zentrum entfernt. Von Hand lässt sich ein Kreis jedoch niemals perfekt zeichnen. Fehler schleichen sich ein, die sich im rhythmischen Prozess des Aneinanderreihens verstärken. Der Loop weicht mehr und mehr ab von der idealen Form. Er beult sich aus, verzieht sich in verschiedene Richtungen. Verdichtungen entstehen, zufällige Strukturen, Rippenmuster. Die Dynamik der Fehler ist es, die den Loop beleben. Entwicklung ist nur durch die Abweichung von der Norm möglich. Wie bei einem keltischen Flechtmuster gelingt es nur unter Aufbietung großer Konzentration, die Verschlungenheit eines Loops zu entwirren. Als Ganzes wahrgenommen, ist der Loop ein Flächen überwucherndes Schlingwesen, das durchs Mikroskop beäugten, bakteriellen Kulturen gleicht. Dem stark organischen Bezug steht die monotone, rein mechanische Ausführung gegenüber. Das Grundelement des Loops, die Null, erinnert an den binären Code (I0I0) eines Computerprogramms. Olaf Probst bezeichnet sich selbst als »McLoop-A-Nizer«: Die unendliche Wiederholung einer winzigen Handlungssequenz - Probst reiht über Stunden hinweg Kreis an Kreis - simuliert die innere »Mechanik« eines Computers. Und tatsächlich beherrschen und prägen weltweit und omnipräsent Macintosh-Gestaltungsprogramme Design, Typographie und Kommunikationsdesign. Unsere Wahrnehmung und visuellen Gewohnheiten sind computergesteuert. Probst unterläuft dieses Phänomen mit seiner »animistischen Technologie«: Die sich in einer ständigen Wiederholungsschlaufe bewegende Hand des Zeichners lässt sich nicht abkoppeln von seinen Emotionen während des Schaffensprozesses. Jeder Loop ist ein Unikat. Er manifestiert einen einmaligen Vorgang, der nicht reproduzierbar ist. Neben den 0-Loops produziert Olaf Probst Wort-Loops, die der Werkgruppe »Grauwerte« zuordenbar sind: endlose Wiederholungen oder Spiegelungen eines Wortes oder einer Wortgruppe (meinsniedeinsnie, sexesseyes, globalocalacolabolg). Die Schrifttype ist jedoch so klein, dass sie kaum mehr entzifferbar ist. Wie bei den 0-Loops entstehen rhythmisierte Flächen. Olaf Probst spricht von »Typografischem Pointillismus«.
McLoop-Leuchten sind flachgelegte Bilder. Die Leuchten lassen sich in ihrer Länge verstellen und sind für alle Deckenhöhen geeignet. Von der nach oben gewandten Spiegelseite der Motivscheibe wird das Licht an die Decke reflektiert, was für einen eigenen Lichtraum sorgt. Der Loop wird an die Decke projiziert und wuchert dort weiter. Nach unten fällt das Licht großflächig und gleichmäßig, sodass es nicht blendet. Im abgeschalteten Zustand wirkt die Motivscheibe hellgrau und durchlässig. Bei Bestrahlung erscheint die nach unten weisende Versiegelung der Spiegelrückseite dunkel. Der empfohlene Halogenfluter produziert eine warme und doch helle Zimmerbeleuchtung. Maßanfertigungen für optimale Ausleuchtung des jeweiligen Raums sind möglich.